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Chronik

50 oder 100 Jahre Imkerverein Hamburg-Bramfeld?

Um 1898 imkerten noch etwa 75 % der Bramfelder Imker mit Strohkörben. Bramfeld war Heideland; der Winter 1898/1899 war so mild, dass die Tauben auch im Winter gebrütet haben. Wenn man im Frühjahr nach Bramfeld kommt, blüht golden der Brambusch, nach diesem Ginsterbusch wurde der Ort Bramfeld benannt.

Die Bramfelder Imker sind seit 1906 im Bienenzuchtverein für Hamburg und Umgebung organisiert; leider gibt es darüber keine Aufzeichnungen. Nach 1918 - in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg - wurde die 48-Stunden-Wochenarbeitszeit eingeführt. Die Menschen hatten auf einmal viel Zeit für Hobbys. Das so genannte tausendjährige Reich entstand. 1937 ist Groß-Hamburg eingerichtet worden, die preußischen Städte Altona, Harburg und Wandsbek wurden eingemeindet. Jetzt hießen alle Imkervereine Kreisfachgruppe Groß-Hamburg und Reichsfachgruppe Imker. Diese wurden in zehn Ortsfachgruppen aufgeteilt.

Bramfeld gehörte zum Imkerverein Linkes Alsterufer. Nach 1945 wurde alles wieder neu geordnet. Durch die vielen Ostflüchtlinge gab es auch viele Imker. Der Verein Linkes Alsterufer hatte 240 Mitglieder mit über 4000 Bienenvölkern. Es gab Probleme mit Imkereifördermitteln und bei Versammlungen konnte kein Raum gefunden werden; wenn man einen Raum hatte, konnte er nicht beheizt werden. Es war auch üblich, etwas Feuerungsmaterial mitzubringen.

Am Freitag, den 12. März 1948, beschlossen die Bramfelder Imker einen eigenen Verein zu gründen. Es war Frühling, nach einem milden Winter, eine Wohltat, besonders nach den Eiswintern 1946/47. Bramfeld bestand noch zur Hauptsache aus Feldern. Die Imker trafen sich im Lokal Mahlke am Bramfelder See. Das Lokal heißt heute Seehof. Einziger Tagesordnungspunkt: Gründung eines eigenen Imkervereins. Man verständigte sich auf den Namen Imkerverein Hamburg-Bramfeld.

Am Freitag, den 11. Juni 1948 war wieder eine Versammlung. Es wurde eine Satzung besprochen und ein Vorsitzender ausgeguckt. Man wollte sich am Sonntag, den 13. Juni zum Frühschoppen treffen. Am Sonntag, den 13. Juni 1948, wurde Richard Geisler zum Vorsitzenden des neu zu gründenden Imkervereins auserkoren. Am 20. Oktober 1948 ist der Gründungstag des neuen Imkervereins Hamburg-Bramfeld. RICHARD GEISLER wird der 1. Vorsitzende.

Dieses Amt und viele weitere Aufgaben hat Richard 34 Jahre lang hervorragend gemeistert. Richard war Imker und Gärtnermeister. Er ist als Gärtnerlehrling bei der ersten Hamburger Gartenbauausstellung mit Honigbienen in Berührung gekommen (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Honigbienen waren damals noch nicht so sanftmütig, wie sie heute, durch Zuchtauslese geworden sind. Im Protokoll vom 18. Mai 1949 ist zu lesen, dass der Imkerfreund Schoel aus Bergedorf am neuen Bramfelder Lehrbienenstand, auf dem Stadtgut Carlshöhe den ersten imkerlichen Vortrag gehalten hat.

Die Bramfelder Imker sind im Frühjahr immer mit über hundert Bienenvölkern in Blätterbeuten, gemeinsam in den Raps gewandert. Gemietet wurde der Zehntonner vom Kohlenhändler Helmut Voigt. Gegen zwei Uhr nachts wurden die Bienenvölker in Gemeinschaftsarbeit bei den Imkerfreunden abgeholt. Die Bienenkästen standen - nachdem die Letzten aufgeladen waren - in Vierer-Reihen übereinander. Die Imker saßen dick vermummt wegen der Kälte - Bienen brauchen Frischluft - in einer Nische zwischen den Bienenkästen. Es gab auch den einen oder anderen Schnaps. Die Fahrt ging über die BAB bis Lübeck; ab da weiter über die Landstraßen nach Bockborn, Bürau, Neuenkirchen und Grömitz. An den Standorten wurden die Wanderbienenstände gemeinsam aufgestellt und mit Decken und Planen abgedeckt. Nachdem alle Bienenvölker aufgestellt waren, ging es zurück über Bad-Segeberg zum Imkertreffen im Café Meyer in Leezen. Es wurde gefrühstückt, ein Schnäpschen getrunken und mit anderen Imkerwandergruppen gefachsimpelt.

Die Bienenvölker blieben während der ganzen Rapsblütezeit sich selbst überlassen. Kein Imker hatte einen PKW, auch nicht die Zeit, mit Bahn und Bus nach Bürau zu reisen. Wenn die Rapstracht vorbei war, wurden die vollen Bienenkästen zurückgeholt. Das heißt, mit dem LKW von Helmut Voigt nach Feierabend losfahren, die Dunkelheit abwarten, die Wandergitter anbringen, die jetzt mehrfach schwereren Kästen aufladen, die Nacht durchfahren und bei den Imkerfreunden abladen. Natürlich haben die Bienenvölker im Raps geschwärmt, sie mussten am Heimatstand neu aufgebaut werden. Es ging auch die eine oder andere Beute zu Bruch, die aufgeregten Bienen quollen heraus und stachen zu. Die Imker hatten noch nicht die durch Zuchtauslese sanfte Biene, die gab es erst seit 1948 von den Inselbelegstelle Puan Klent/Sylt und die Landbelegstelle Sachsenwald von Edith Muusz, Dr. Kessler, Bernhard Ruge und Hans Quelle.

Erst in den 70er Jahren, als die Imker eigene PKW hatten, brach diese Wandergemeinschaft auseinander. Nach dem Raps ging es in den Stadtpark zur Lindenblüte, danach im Herbst in das Naturschutzgelände Undeloh zur Heideblüte. Zu dieser Zeit gab es im Hamburger Raum 1236 Imkerinnen und Imker mit 11473 Honigbienenvölkern.

1952 werden auf der Carlshöhe noch Imkerlehrgänge durchgeführt. 1978 beginnt Heino Susott mit der Schulklassenbetreuung an seinem Honigbienenstand, in Berne. Am Freitag, den 15. Januar 1982 wird HEINO SUSOTT neuer 1. Vorsitzender des Imker-Vereins. RICHARD GEISLER, Heinos Lehrmeister wird Ehrenvorsitzender.

Durch HEINOS Initiative haben die Bramfelder Imker mit behördlicher Erlaubnis Lindenbäume gepflanzt, Knicks und Wildblumenwiesen für Wild- und Honigbienen angelegt. Ab 1986 arbeitet der Imkerverein Hamburg-Bramfeld am Aufbau des Umweltzentrums Karlshöhe mit. Im Protokoll vom 23. August 1986 steht: 9:30 Uhr Entrümpelung des Herrenhauses, mit den anderen Karlshöher Vereinen zusammen haben wir rund dreißig Kubikmeter Müll aus dem Haus geholt. Der Unrat und Müll vom Gelände überstieg dieses um das Mehrfache.

Heino Susott wird Obmann für die Schulklassenbetreuung vom Imkerverband Hamburg e.V.. Am Freitag, den 11. März 1988, stellt Heino Susott seine Idee eines Bienen-, Informations- und Schulungshauses vor. Heino hat ein Fachwerkhausmodell gebaut, was die Zustimmung seiner Imkerfreunde fand. Das Fachwerkhaus würde sich gut in das Hofensemble einfügen. Es soll wie vor hundert Jahren gebaut werden, und während der Bauphase zu besichtigen sein.

Für Schulklassen, Bürger der Umgebung und Imkerlehrgänger wurde auf der Streuobstwiese des Umweltzentrums vom Imkerverein Hamburg-Bramfeld wieder ein Lehrbienenstand eingerichtet und betreut.

Am Freitag, den 21. April 1989, haben Frauen vom Berner Altenkreis die zusammen rund sechshundert Jahre alt waren, die drei Lindenbäume auf dem Hof des Umweltzentrums gepflanzt, die von den Imkern gespendet waren.

Am Dienstag, den 11. Juli 1989, wird der Imkerverein Hamburg-Bramfeld beim Amtsgericht Hamburg eingetragen, wenig später wird der Verein durch das Finanzamt für Körperschaften als gemeinnützig anerkannt.

Um das Zusammenleben der vielen Bienenarten besser zeigen zu können, haben wir Imker zusammen mit Schulklassen zehntausend Wildwiesenpflanzen aus dem Botanischen Sondergarten Wandsbek und von Heinos Nachzuchten auf die Streuobstwiese gepflanzt. Auf dem Hofbeet bei den Lindenbäumen pflanzten wir 1296 Wildkrokusse. Honigbienen nehmen den Wildbienen niemals die Nahrung weg. Wildbienen brauchen ihre besonderen Trachtpflanzen.

1993: Nach den Vereinslokalen Mahlke, Seehof, Kaffee Teig, Lokal Harms, Lokal Mäwes, Hajo Stirnemann, Schule Fahrenkrön und dem Seminarraum des Umweltzentrums beginnt der Bau des Bienen-, Informations- und Schulungshauses am 21. Juni 1993. Die Bauleute sind Imker unseres Vereins und Schülerinnen und Schüler der Samuel Heinicke Gehörlosenschule. Der Abbund des Fachwerkhauses wird zeitgleich im Berufsfortbildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes ausgeführt.

Sie erinnern sich: Es begann 1988 mit einem Fachwerkmodell, das zu einem Bienen-, Informations- und Schulungshaus werden sollte. Der Architekt erstellte die Zeichnungen für ein Glas Bienenhonig, das gleiche Honorar bekam der Statiker. Hilfe kam von den Wandsbeker Parteien in Form einer Bewilligung von Bezirkssondermitteln, der Stiftung Naturschutz Hamburg und Loki Schmidts Stiftung zum Schutz Gefährdeter Pflanzen und vielen Einzelspendern und Firmen, die uns die Baumaterialien oft sehr preisgünstig angeliefert haben, aber natürlich auch von allen Bauleuten, die zum Teil im Rahmen ihrer Ausbildung - natürlich unentgeltlich - gearbeitet haben.

Parallel zu den ersten Planungen und der schrittweisen Fertigstellung des Hauses lief unsere ehrenamtliche Arbeit als Imker und als Umwelt- und Naturschützer unbeirrt weiter. Viele Tausend Schülerinnen und Schüler kamen mit ihren Lehrern auf die Karlshöhe und besuchten unseren Lehrbienenstand. Auch sie trugen mit einem kleinen Obolus zur Finanzierung unseres Bienen-, Informations- und Schulungshauses bei.

Am Dienstag, den 31. August 1993, ist Grundsteinlegung in das Fundament. Donnerstag, 21. April 1994, Richtfest. Die Bauarbeiten wurden wie gesagt, von unseren Imkerinnen und Imkern, den Auszubildenden und auch vielen Freunden aus vielen Ländern der Welt ausgeführt. Alle arbeiteten gratis, mit Erlaubnis des Arbeitsamtes Hamburg.

Unsere Bauleute aus der ganzen Welt kamen über SCI Service Civil International, eine Organisation, die nach dem 1. Weltkrieg 1919 gegründet wurde. Nie wieder sollte es Krieg geben, deswegen sollten junge Leute in fremden Ländern nur für Essen und Kultur helfen und unter diesen Vorraussetzungen Menschen kennen lernen. Weitere Bauleute waren 18-jährige Schülerinnen und Schüler der Samuel Heinicke Gehörlosenschule, die zusammen mit den Pädagogen und den Bauhandwerkern des Deutschen Gewerkschaftsbundes bfw arbeiteten. Heino Susott behauptet immer, dass das schöne Imkerhuus 300 Jahre stehen wird, denn die Imker arbeiten schon seit langem nachhaltig.

1997 gehen die Bauarbeiten bis auf Reste dem Ende zu. Die Imker-Jugendgruppe Bio?-logisch! hat sich etabliert und wird von Ursula Hörmann und Heino Susott betreut. Das Imkerhuus wird genutzt von den Imkern, der Jugendgruppe und von den Freunden des Vereins Umweltzentrum Karlshöhe. Gäste sind der Förderverein Umweltzentrum Karlshöhe und die Freunde aus der Umweltbehörde.

Am 13. März 1998 feierten wir zehn Jahre Planung und Bau des Imkervereinshauses. Eingeladen waren die Bezirks-, Amts- und Dienststellenleiter des Bezirks Wandsbek, die etablierten Parteien, sowie unsere Freunde und Firmen, die am Bau des Hauses mitgewirkt haben.

In den letzten zwölf Jahren (1993 - 2006) hat der Bramfelder Imkerverein durch Elke und Heino Susott 658 Schulklassen, 92 Kindergärten und 57 Altenkreisgruppen betreut. Das sind rund 25.000 Einzelpersonen, die am Lehrbienenstand waren und jetzt mehr über Honigbienen, Wespen, Hummeln, Regenwürmer und Marienkäfer wissen als vorher. Alle wissen jetzt: Die Bestäubungsarbeit der Bienen kann man nicht importieren.

In den Jahren hat sich in unserem Imkerhuus viel getan. Die Presse schrieb einmal, es sei ein Haus für Vögel, Wild- und Honigbienen, für Kinder, Jugendliche, Omis und Opis. Wir nutzen das Imkerhuus für unsere Versammlungen und Seminare, regelmäßige Treffen der Imker-Kinder und Jugendgruppe Bio?-logisch! (Ca. 20 Personen) und des Vereins der Staudenfreunde. Bei dringendem Bedarf mieten auch unsere Behördenfreunde unser Imkerhuus.

In unserem neuen schönen Anlehn-Gewächshaus an der südlichen Klinkerwand des Imkerhuus, die von der Sonne aufgewärmt wird, arbeiten wir mit ca. 43 Kindern- und Jugendlichen - natürlich nicht gleichzeitig. Die Betreuung gewährleisten Katja Schütte, Heidi Kuhlmann und Heino Susott. Auch hier geht es ohne unsere Imkerfreundinnen und Freunde nicht. Die zu betreuenden Gruppen kommen an unterschiedlichen Tagen und Zeiten. Im zeitigen Frühjahr säen wir die Saat, die wir im Sommer und Herbst des Vorjahres gesammelt haben, im Gewächshaus aus. Die jungen Pflänzchen werden pikiert und sie werden eingetopft, sie sind für unseren Bauerngarten. Die überschüssigen Pflanzen verkaufen wir auf den Karlshöher Pflanzenmärkten, denn wir sind nicht reich.

Der Beitrag für die Jugendgruppe beträgt 12,- Euro im Jahr, Geschwisterkinder sind oft gratis. Also brauchen wir auch viele Spenden und Einnahmen für neue Saat, Becherlupen oder auch Zeichenpapier, Buntstifte und Bastelmaterial. Ab und an gibt es auch mal ein Arbeitseisessen mit Besprechung. Die Jugendlichen erhalten eine sinnvolle und nachhaltig wirkende Betreuung und Beschäftigung.

Die Bio?-logisch! Jugendgruppe hat auch eigene Bienenvölker auf der Streuobstwiese am Lehrbienenstand. Die Betreuung haben die Imkerfreund Hanne und Christian Bölke und Katja Schütte übernommen.

Ein jährlicher Höhepunkt ist das Strohkorbbindeseminar über 2 Tage, das sehr gut angenommen wird. Mit unseren Vereinsimkern Willi Donaubauer und Winfried Knaack haben wir die besten Dozenten weit und breit. Das Bio-Roggenstroh kommt immer von den Fielmann-Bauernhöfen. Dort dürfen wir mit Sense und Sichel in schweißtreibender Arbeit für unseren Bedarf ernten. Unsere Seminarteilnehmer kommen aus Nord-, Süd- und Ostdeutschland, bestaunen bei ihrem Besuch das Karlshöher Gelände und loben das ehrenamtliche Engagement.

Für Schüler experimentieren im Rahmen von Jugend forscht kam Ende Februar der große Tag. 2006 wurde die Arbeit über das Kartoffelwachstum im Anlehngewächshaus und dem Freiland-Glas-Kartoffelarium mit dem 3. Preis gewürdigt. Sebastian Knaack, Michael und Josef Blinski bekamen auch noch je 15,- Euro Preisgeld. Als Betreuungslehrer für Jugend forscht, hilft Heino Susott, wo er kann. Nach den Sommerferien startet ein neues Projekt mit einer Wildbienen-Solitärinsekten-Wand. Die Teilnehmer hoffen auf einen 1. Preis für sich, das Umweltzentrum und ihre Schule. Natürlich wird alles dokumentiert und fotografiert - unsere Fototafeln eignen sich gut für eine Ausstellung über die Erfolge des nachhaltigen Lernens.

Nach den Frühjahrsferien begann die zweite Halbzeit der 23 Schüler der PPS-Gesamtschule im Bauerngarten und Gewächshaus des Imkervereins. Die PPS Bauerngarten AG wird durch Heino Susott ein Jahr lang betreut. Es gab zunächst ein paar Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit den Lehrkräften, aber nicht mit den Jugendlichen. Heino Susott hat der PPS daraufhin ein verbessertes Bauerngartenprojekt mit 200 m² Fläche angeboten, das auch mit dem neuen Geräteschuppen realisiert werden kann. Alle werden wieder staunen, was unsere Jugendlichen für das Umweltzentrum leisten und nebenbei auch noch alles lernen.

Die jährlichen Imker-Anfängerlehrgänge leiten unsere Imker Hannelore und Christian Bölke. Diese Lehrgänge, über die Zeit von April bis Ende Juni, sind sehr umfangreich und ausführlich. Sie können sich mit denen der Bieneninstitute in Celle und Bad Segeberg, mit denen wir eng zusammenarbeiten, messen lassen. Unser Ruf bei den Imkern ist sehr gut - es heißt, der Anfängerlehrgang im Umweltzentrum ist der beste.

Im eigentlichen Bauerngarten arbeiten wir Imker mit unserer Jugendgruppe Bio?-logisch! und den Schülern der PPS-Gesamtschule mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung, Fruchtwechsel und Kompostdüngung. Wir sind, weil wir richtig planen, die Einzigen im Umweltzentrum, die wirklich ernten. Radieschen, Bohnen, Kartoffeln, Zucchinis, Zapalitors, Gurken, Tomaten und natürlich auch Blumen wachsen und gedeihen unter unserer Pflege. Mit den besten Köchinnen unter unseren Imkern werden unsere Produkte auch in der Gruppe zubereitet und verspeist. Pellkartoffeln zum Teil sogar mit Schale, Quark und Kräutern aus unserem Garten - einfache Gerichte, aber ein Fest für Schülerinnen, Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste. Durch den von der PPS-Gesamtschule mit gebauten Geräteschuppen, sind wir Imker in der Lage, Schulklassen und Jugendgruppen individuell im Bauerngarten zu unterrichten und den Jugendlichen die Gelegenheit zu geben jederzeit die Gartengeräte zu nutzen, um im Bauerngarten zu arbeiten.

Im Frühjahr 2006 besuchten uns 20 Germanistik-Pädagogen aus dem Uralgebirge über Je-Katarinenburg. Sie reisten mit der Bahn an. Die Reise dauerte 3 Tage und 3 Nächte. Sie waren der Einladung unseres Imkerfreundes Horst Felter gefolgt und wollten deutsche Schulen in Hamburg erleben. Leider durften sie nur auf der letzten Schulbank sitzen und zuhören. Als Besonderheit gab es einen Tag beim Waldkindergarten Kokopelli und einen Besuch bei den Imkern - natürlich mit Verköstigung. Dazu eingeladen hatten wir auch die Jugendlichen der PPS Bauerngarten AG. Die Pädagogen hatten das erste Mal wirklichen Kontakt mit Schülern der Gesamtschule. Sie waren erstaunt über unsere ehrenamtliche Leistung im Umweltzentrum. Die Eindrücke aus Hamburg werden unserem Besuch nachhaltig in Erinnerung bleiben, auch weil die Schüler der PPS aus sehr unterschiedlichen Ländern kommen - auch aus Russland.

Natürlich hat die Schulklassenbetreuung nicht nachgelassen. Es werden wohl wieder an die einhundert Klassen, Gruppen und Kitas im Jahr 2006 werden. Viel genutzt wird von den Schulklassen auch das schöne Wetterschutzdach aus Baumstämmen auf der Streuobstwiese. Entworfen und gebaut wurde das Dach von Heino Susott und dem Imkerverein Hamburg-Bramfeld e.V. - natürlich mit Baugenehmigung und Versicherung. Die Imker nutzen das Dach bei Regenwetter, wichtig ist es auch für rollstuhlfahrende Schüler, für die ANU und die Gruppen des Umweltzentrums auch für den Unterricht, Gruppen- und Geburtstagsfeiern. Es ist fast immer ausgebucht. Ob Pädagogen-, Imkerabschluss- oder auch Ruhestandsfeier - vieles wird gern unter dem Schutzdach auf der Streuobstwiese veranstaltet.

Nach 16 Jahren musste das Dach repariert werden, weil ein Handwerker uns seinerzeit falsche Bauanweisungen gegeben hatte. Möglich wurde die Reparatur auch durch eine großzügige Unterstützung von NUE, der Bingo-Lotterie. Nach der Reparatur ist das Wetterschutz-Baumstamm-Gründach jetzt wieder heil und neu bepflanzt - nun wird es 300 Jahre halten, denn alle Holzteile sind trocken und gut belüftet.

Vom 2.000 m² großen Bauerngarten betreuen die Imker 650 m² und ein Stück auf Bauruinenschutt, das als Bienen-, Arzneipflanzen- und Kräutergarten genutzt wird, weil es nicht als Gemüseland geeignet ist. Unsere Imker haben es geschafft ein blühendes Stück Kräutergarten entstehen zu lassen, ein wahres Schmuckstück für das Hamburger Umweltzentrum. Die Kräuter dürfen zum eigenen Bedarf geerntet werden.

Über die Arbeit der Bramfelder Imker wird mindestens einmal jährlich regelmäßig im Fernsehen und Rundfunk berichtet, da wir einen prominenten Imker in unserem Kreis haben, es ist Heino Susott, der als Tierpfleger bei Hagenbecks Tierpark u. a. das Walross Antje betreute. So wurde zum Beispiel im Jahre 1998, 22 Folgen über seine Arbeit mit den Bienen in der Fernsehserie Sesamstraße gezeigt. Zuletzt war ein Fernsehteam im Hamburger Umweltzentrum Mitte August 2006, hier wurden Aufzeichnungen für eine weitere Folge der Sesamstraße durchgeführt.

Winfried Knaack 2006 2. Vorsitzender des Imkervereins Hamburg-Bramfeld e. V.

Auf der Jahreshauptversammlung am 12.04.2010 wurde der Versicherungskaufmann Oliver Binding zum 2. Vorsitzenden gewählt, und Herr Winfried Knaack löste Herrn Heino Susott nach 27 jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender ab. Heino Susott ist nun Ehrenvorsitzender des Imkerverein Hamburg-Bramfeld e.V.